Was ist ein Trauma?


Ein Trauma entsteht, wenn sich ein Mensch angesichts einer bedrohlich erlebten Situation überwältigt, überflutet sowie hilflos fühlt. Die Stressreaktion kann weiterhin bestehen obwohl die Gefahr vorüber ist und wir verlieren unsere Fähigkeit zur Selbstregulation auf normalem Weg. Der Mensch ist nicht mehr in der Lage, in sein Gleichgewicht zurückzukehren.

Die natürlichen, instinktiven Reaktionen des Körpers, konnten nicht oder nicht vollständig durchlaufen werden. Dies führt zu einem Ungleichgewicht in unserem Nervensystem. Es kreisen immer noch hohe Stressenergien, die bei dem Ereignis mobilisiert wurden und bleiben im Nervensystem gebunden. Das System eines traumatisierten Menschen ist daher immer überaktiviert, auch wenn die Gefahr schon längst vorüber ist. Der Zustand hoher Aktivität kann überlagert sein von Einfrieren und Immobilisation.

Wie traumatisierend die erlebte Situation auf den einzelnen Menschen wirkt, kann sehr unterschiedlich sein. Ereignisse wie Unfälle, Gewalt, Operationen, Geburtskomplikationen, Verlust eines Menschen, Missbrauch aber auch scheinbar unbedeutende Ereignisse können überwältigend für den Einzelnen sein.

Traumafolgen

Es können physiologische und psychologische Symptome entstehen, die nicht mit dem traumatisierenden Ereignis in Verbindung gebracht werden. Dies können Immunschwäche, Autoimmunerkrankungen, Angstzustände, Hypertonie, Zwangsverhalten, Depression, dissoziative Zustände, Gefühl von Hilflosigkeit, Aggression, Bindungsunfähigkeit, chronische Schmerzzustände,
Schlaf- und Essstörungen, grundlose Trauer sein etc.

 „Das Trauma liegt nicht im Ereignis, das Trauma liegt im Nervensystem“
Peter Levine